| Stellen Sie sich vor, Sie liegen auf weichen weißen Sand auf einem Strand unberührter Schönheit. Eine sanfte tropische Brise bewegt die Luft, und das Sonnenlicht mit seinen warmen goldenen Strahlen verzaubert die Landschaft in eine goldene Traumwelt. Träge setzen Sie sich auf und blicken auf die blau schimmernden Meerewellen hinaus. Eintiefer Seufzer der Zufriedenheit entringt sich Ihrer Brust. Ein Blick auf Ihrer Uhr, und Sie stellen mit Genungtung fest, daß es der 10.November ist. Herzlichen Glückwunsch-Sie sind an den texanischen Gestaden am Gulf von Mexiko gelandet. Das milde Klima und das warme Wasser des Golfs von Mexiko haben hier ganzjahrig eine paradiesische Welt geschaffen. In den bei Eintritt der Ebbe zurückbleibenden Wassertümpeln, den Sanddünnen und den Salzwassersümpfen überwintern jährlich Tausende von Vögeln. Auch einigen vom Aussterben bedrohten Tieren, darunter den Schreikranichen und den Bastardschildkröten, dient diese Region als Habitat. Und Tausende von sogenannte "Winter-Texanern," die den eisigen Wintern im Nordern der Vereinigten Staaten entgehen möchten, zieht es jedes Jahr an die warmen Strände von Texas. Aber das Strandleben ist nur ein Teil des Charms der texanisch Golfküste. Dieser Landstrich rühmt sich auch einer bunt bewegten und interessanten Geschichte: Kurz vor Galveston Island erlitten der spanische Entdecker Cabeza de Vaca und seine Mannschaft im Jahre 1528 Schiffbruch. In der Nähe von Corpus Christi und Galveston verunsicherten Piraten, die dort ihre Verstecke hatten, die Gegend. In den Küstengebieten trieben plündernde Meuten ihr Unwesen. Im Jahr 1901 wurde das erste riesige Ölfeld bei Spindletop in der Nähe von Beaumont entdeckt, und ein Jahr zuvor, 1900, wurde Galveston und seine Bevölkerung von einem schrecklichen Hurrikan beinahe total verwüstet. Die Tradition der texanischen Viehzüchter ist in der legendären King Ranch in der Nähe von Kingsville verkörpert. Die glitzernde Skyline von Houston erinnert an die urbane Präsenz in dieser Region, und die Grenzstädte Brownsville auf amerikanischer und Matamoros auf mexikanische Seite, die durch den Rio Grande getrennt sind, zeugen von der engen Verbindung mit Mexiko. Im Norden des Küstenstrichs liegen Beaumont und Port Arthur, in denen bis heute die Ölindustrie mit all den damit verwandten Fachgebieten stützende Pfeiler der Wirtschaft sind. Beaumont erlebt seine Glanzzeit im Jahr 1901, als ganz in seiner Nähe im Spindletop Field "Schwarzes Gold" gefunden wurde. Port Arthur ist der Heimatort der Rock und Bluessängerin Janis Joplin. In Houston, der viergrößten Stadt und dem drittgrößten Hafen in den Vereinigten Staaten, ist der Ölhandel immer noch ein wichtiger Teil der Wirtschaft. Daneben blühen die medizinischen Einrichtungen, Banken, Wissenschaft und Forschung, der Import und Export und die produzieriende Industrie. Galveston Island ist nicht nur ein beliebter Strandort, sondern auch ein Schatzkästchen viktorianischer Architektur- nach dem verheerenden Hurrikan von 1900 widmeten sich die Bürger der Stadt mit liebvollem Ehrgeiz und größer Hartnäckigkeit der Restaurierung und dem Wiederaufbau ihrer Stadt. In der treffend benannten Stadt Victoria gibt es mehr als 100 Gebäude, die in national Register of Historic Places stehen, und die das Vermächtnis der viktorianischen Zeiten hüten. Southern Brazoria County ist dafür bekannt, daß dort im Jahre 1821 die Siedler, für die Stephen F. Austin die Erlaubnis zur Gründung einer Kolonie erhalten hatte, an land gingen. Heute ist diese Gegend ein beliebtes Freizeit und Erholungszentrum, in dem die gewerbliches Fisherei floriert, wo auch Sportfischer ihrem Hobby nachgehen können und wo man sich jederzeit auf ein Gericht aus frisch gefangen Meeresfrüchten oder Fischen direkt vom Fischerboot verlassen kann. Aufgrund der frischen Winde, die in der Bucht von Corpus Christi wehen, spielt diese Stadt Gastgeber für die Teilnehmer an national Windsurfing-Wettbewerben. Nicht weit davon entfernt im Norden liegt das Arasas National Wildlife Refuge, ein Tierschutzpark, in dem mehr als 300 Vogelarten Schutz finden, darunter auch der vom aussterben bedrohte Schreikranich. |